Zeitkapsel für die Klasse: ein Leitfaden, der wirklich geöffnet wird
Ein Schritt-für-Schritt-Plan für die Klassenzeitkapsel: was Schülerinnen und Schüler schreiben, wie es in einer Stunde gelingt und wie die Kapsel Jahre später ankommt.
Die Kurzfassung. Eine Klassenzeitkapsel füllt sich in einer Unterrichtsstunde und zahlt sich über Jahre aus. Schwierig ist die Zustellung, denn eine Kiste im Schrank hängt daran, dass diese Lehrkraft noch da ist. Plane die Öffnung vor dem Inhalt.
In einer Unterrichtsstunde umsetzen
- Zehn Minuten: die Idee erklären und das Öffnungsdatum laut festlegen.
- Zwanzig Minuten: alle schreiben sich mit den Impulsen unten einen Brief.
- Zehn Minuten: jede und jeder legt einen Gegenstand oder eine Zeichnung dazu, die das Jahr datiert.
- Fünf Minuten: versiegeln, mit dem Öffnungsdatum beschriften und alles fotografieren.
Impulse für Briefe, die man später gern liest
- Wie ich gerade bin, in fünf ehrlichen Sätzen.
- Meine beste Freundin oder mein bester Freund dieses Jahr und etwas, das wir immer machen.
- Etwas, das mir in der Schule schwerfällt, und wie sich das anfühlt.
- Was ich glaube, in diesem Alter später zu tun.
- Eine Frage an die Person, die das öffnet.
- Das Lied, das Spiel oder die Serie, über die alle reden.
Was außer den Briefen hineingehört
- Ein gedrucktes Klassenfoto mit den Vornamen auf der Rückseite.
- Ein Blatt mit heutigen Preisen: Fahrschein, Snack, ein Spiel.
- Eine Zeitungsseite oder eine ausgedruckte Schlagzeile aus dieser Woche.
- Ein Blatt, auf dem alle so unterschreiben, wie sie heute unterschreiben.
- Eine kurze Sprachaufnahme, in der die Klasse die Zukunft grüßt.
Das Öffnungsdatum wählen
In der Grundschule passen fünf Jahre, weil sich alle noch ans Schreiben erinnern und über die eigene Veränderung staunen. In weiterführenden Schulen ist der Abschluss oder das Jahr der Volljährigkeit die natürliche Wahl. Sprich das Datum am Tag des Versiegelns laut aus, dann wird es zur gemeinsamen Erwartung statt zu einem Zettel im Schrank.
Das Zustellproblem und seine Lösung
Die meisten Klassenkapseln scheitern still. Die Kiste wechselt den Raum, die Lehrkraft wechselt die Schule, oder niemand weiß mehr, welcher Schrank es war. Physische Dinge lohnen sich, deshalb ergänze sie um eine digitale Kopie mit eigenem Zustelldatum.
- Behaltet die Kiste für die Gegenstände und schreibt das Öffnungsdatum groß nach außen.
- Fotografiert alles am Tag des Versiegelns, dann überlebt der Inhalt auch ohne die Kiste.
- Plant die Briefe so ein, dass sie ankommen, ohne dass sich jemand erinnern muss.
Mit timedrop kann eine Klasse Fotos, einen Brief und eine Sprachaufnahme versiegeln, ein Datum bis zu zehn Jahren wählen und alles an eine Schul- oder Elternadresse zustellen lassen. Kapseln werden auf dem Gerät verschlüsselt, so bleibt das Geschriebene privat, bis es sich öffnet. Die erste Kapsel ist kostenlos.
Datenschutz und Einwilligung, kurz gefasst
Was Schülerinnen und Schüler schreiben, sind personenbezogene Daten. Halte die Inhalte standardmäßig privat, nutze für alles Öffentliche nur Vornamen und hol die Einwilligung der Eltern ein, bevor Stimmen oder Gesichter aufgenommen werden. Klär mit der Schule, welche Adresse die Kapsel erhalten soll, denn schulische E-Mail-Konten werden nach dem Abgang meist geschlossen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange sollte eine Klassenzeitkapsel versiegelt bleiben?
Fünf Jahre passen in der Grundschule, weil sich alle noch ans Schreiben erinnern. Weiterführende Klassen zielen meist auf den Abschluss oder den achtzehnten Geburtstag.
Worüber sollten die Schülerinnen und Schüler schreiben?
Alltägliche Gegenwart schlägt Vorhersagen. Frag danach, wie sie gerade sind, wer ihre Freunde sind, was schwerfällt und welche Frage sie ihrem künftigen Ich stellen.
Wie stellen wir sicher, dass die Kapsel geöffnet wird?
Legt das Datum am Tag des Versiegelns fest, beschriftet die Kiste damit und plant eine digitale Kopie zur Zustellung ein, damit sie ohne das Gedächtnis einer einzelnen Person ankommt.
Können wir schulische E-Mail-Adressen für die Zustellung nutzen?
Für lange Zeiträume meist nicht, weil diese Konten nach dem Abgang geschlossen werden. Nutzt eine Schul- oder Elternadresse und prüft vorher die Richtlinie eurer Schule.